Wer einen Kredit sucht, wird relativ schnell feststellen, dass es gar nicht einfach ist, ein passendes Angebot zu finden. Es gibt jedoch mehrere Tipps und Tricks, damit die Suche nach dem passenden Kredit erleichtert wird und am Ende ein Vertrag unterzeichnet werden kann, der für keine bösen Überraschungen sorgt.

Den Überblick bewahren

Wer sich für einen Online-Kredit entscheidet und zudem noch über eine gute Kreditwürdigkeit (Bonität) verfügt, kann aus zahlreichen Angeboten wählen, die zur Verfügung gestellt werden. Zu beachten ist, dass seriöse Kredite jene sind, die völlig transparent alle anfallenden Nebenkosten auflisten und zudem auch eine hohe Flexibilität bieten. Dennoch ist es wichtig, dass auch die Konditionen unter die Lupe genommen werden, um sich zu vergewissern, dass es sich um ein günstiges Produkt handelt. Doch welche Konditionen sind am Ende ausschlaggebend?

Der Zinssatz

Der Zinssatz stellt zwar ein Kriterium dar, wobei der Kreditnehmer nur anhand des effektiven Jahreszinssatzes vergleichen kann, ob es sich um ein tatsächlich günstiges Angebot handelt oder nicht. Im effektiven Jahreszinssatz ist auch der Sollzinssatz enthalten, der bei Ratenkrediten – die eine längere Laufzeit haben – gebunden ist. So weiß der Kreditnehmer bereits vor der ersten Rate, wie teuer (oder günstig) die letzte monatliche Rate sein wird. Derartige Zinssätze werden auch als Fixzinssatz bezeichnet.

Anfallende Kosten

Neben den Zinsen gibt es auch andere Kosten, die auf den Kreditnehmer zukommen können; ob Vermittlungs- oder Bearbeitungsgebühren – wer im Vorfeld Informationen einholt, welche Gebühren möglich sind, wird am Ende keine böse Überraschung erleben.

Sondertilgungen und Ratenpausen

Besteht eine Möglichkeit zur Sondertilgung? Der Kreditnehmer hat nebenbei Geld gespart und möchte 10.000 Euro einzahlen? Die einbezahlte Summe hat danach Auswirkungen auf die Laufzeit oder – je nach Wunsch des Kreditnehmers – auf die monatlichen Raten. Sondertilgungen sind aber nicht immer möglich; wichtig ist, dass im Vorfeld Informationen eingeholt werden, ob derartige Sonderzahlungen erlaubt sind oder nicht.
Der Kreditnehmer kann, wenn er eine Mindestlaufzeit von einem halben Jahr überschritten hat, den Kredit – mit Rücksicht auf eine dreimonatige Kündigungsfrist – beenden. Kreditverträge, die nach dem 11. Juni 2010 abgeschlossen wurden, können nach Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist beendet werden. Die Vorfälligkeitsentschädigung beträgt, wenn die Restlaufzeit weniger als 12 Monate beträgt, 0,5 Prozent; die Höchstgrenze liegt bei 1 Prozent.

Ratenpausen

Eine weitere Möglichkeit, die immer wieder angeboten wird, sind Ratenpausen. Kommt es etwa zu finanziellen Schwierigkeiten, kann der Kreditnehmer um eine „Ratenpause“ bitten; das bedeutet, dass er für zwei oder drei Monate – je nach Vereinbarung – keine Rückzahlungen leisten muss.

Bürgen und Sicherheiten

Eine Bürgschaft stellt vor allem für jüngere Kreditnehmer oder Berufseinsteiger eine Alternative dar, da hier definitiv die Bonität erhöht wird und somit die Konditionen verbessert werden können. Auch Sicherheiten, wie eine Kapitallebensversicherung, können die Konditionen – vorwiegend den Zinssatz – zu Gunsten des Kreditnehmers verbessern.

Ist eine Restschuldversicherung empfehlenswert?

Zu beachten ist, dass es auch immer wieder Kreditangebote gibt, die eine Kreditversicherung als Voraussetzung verlangen, um dem Antrag zustimmen zu können. Von derartigen Kreditangeboten ist im Regelfall abzusehen. Die beworbene Restschuldversicherung, die bei Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod zum Einsatz kommt, verbessert definitiv nicht die Kreditwürdigkeit, sondern dient lediglich als Sicherheit bei langfristigen Finanzierungen. Besteht jedoch eine Er- oder Ablebensversicherung, ist eine Restschuldversicherung ebenfalls nicht erforderlich.

Der Verwendungszweck

Zahlreiche Kreditangebote sind an einem im Vorfeld gewählten Verwendungszweck gebunden. So etwa der Auto- oder auch der sogenannte Modernisierungskredit. Einerseits gibt es für verwendungsbezogene Kredite eigene Konditionen, andererseits darf das Geld jedoch nur für den Verwendungszweck genutzt werden, sodass derartige Finanzierungen unflexibel sind. Es gibt aber nicht nur Unterschiede bei den Verwendungszwecken, sondern auch bei Personengruppen. Angestellte, die ein unbefristetes Dienstverhältnis haben, Beamte und auch Pensionäre sind, aufgrund der Einkommenssituation, bevorzugte Bankkunden. Freiberufliche oder Selbstständige müssen hingegen, aufgrund der unsicheren Einkommenssituation, zahlreiche Sicherheiten präsentieren, um überhaupt eine Finanzierung zu erhalten. So etwa jahrelange Gehaltsnachweise oder auch einen Bürgen.

Privatkredite als günstige Alternative?

Ein Tipp: Günstigere Konditionen können auch über Familienmitglieder erzielt werden. So etwa, wenn ein Familienmitglied – als Privatperson – einen Kredit vergibt; auch hier können derartige Verträge aufgesetzt werden, sodass es Sicherheiten, Rechte und Pflichten gibt. Derartige Finanzierungen werden auch als klassische Privatkredite bezeichnet und können auch zwischen fremden Personen abgeschlossen werden. Dabei ist der Kreditgeber nicht die Bank, sondern eine Privatperson. Die Vermittlung jener Kreditgeschäfte findet vorwiegend auf sogenannten Peer-to-Peer-Plattformen statt.

Die Haushaltsrechnung

Bevor der Kreditnehmer eine Finanzierung aufnimmt, sollte er im Vorfeld seine eigenen finanziellen Verhältnisse kennen. Dabei hilft die Haushaltsrechnung. In einer Haushaltsrechnung sollten sich alle monatlichen Belastungen finden; dabei werden auf einer Seite das Einkommen, auf der anderen Seite die Ausgaben aufgelistet, wobei am Ende der Differenzbetrag einen Aufschluss darüber geben soll, ob man sich einerseits einen Kredit leisten kann und andererseits, wie hoch die maximale monatliche Rate sein soll. Banken erfreuen sich über derartige Auflistungen, da sie relativ schnell erkennen, ob der Antragsteller tatsächlich in der Lage ist, die gewünschte Finanzierung problemlos zurückzubezahlen.

Die monatlichen Einnahmen und Ausgaben

Der Antragsteller sollte die Kontoauszüge der letzten Monate zur Hand nehmen und die regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben auflisten. So etwa das monatliche Gehalt, wie aber auch Zahlungen für Versicherungen oder auch diverse Abbuchungen von Energielieferanten. Wichtig ist, dass auch Leistungen wie das Kindergeld hinzugerechnet werden; auch dann, wenn die Kinder bereits aus dem gemeinsamen Haushalt ausgezogen, aber noch nicht berechtigt sind.

Aufrechte Verbindlichkeiten

Hat der Antragsteller bereits einen Kredit abgeschlossen? Wie hoch war die ursprüngliche Kreditsumme, wie hoch sind die monatlichen Raten und wie lange läuft der Kredit noch? Mitunter kann auch eine höhere Kreditsumme beantragt werden, um den bereits aktuellen Kredit zu tilgen bzw. eine Umschuldung einzuleiten, sodass nicht zwei Finanzierungen, sondern nur ein Kredit zu bedienen ist.

Miete und sonstige Kosten

Wurde die Miete bereits angeführt? Sind Mieterhöhungen geplant? Fällt ein Umzug an? Welche außergewöhnlichen Kosten, die bereits vom Antragsteller eingeplant wurden, werden in den nächsten Monaten eintreffen? Wer nicht nur eine aktuelle Haushaltsrechnung, sondern auch einen zukünftigen Finanzplan bei der Bank vorlegt, zeigt, dass er sich nicht nur mit seinen Finanzen auseinandergesetzt hat, sondern auch einen Plan für die Zukunft hat.

Die Antragstellung – auf was sollte der Antragsteller achten?

Folgende Punkte sind – bei der Antragstellung – von Bedeutung:

Die Ermittlung des Kreditvolumens

Mit dem Kreditrechner kann der Interessent relativ schnell die Kosten der Finanzierung berechnen, wenn er das Kreditvolumen mit den verschiedenen Laufzeiten kombiniert. Wichtig ist, dass sich der Interessent jedoch für eine Kreditsumme entscheidet, mit der definitiv das Vorhaben finanziert werden kann; ein Aufstocken des Kreditvolumens ist nachträglich kaum möglich und wenn dann, dann mit relativ hohen Kosten verbunden.

Die Haushaltsrechnung

Das Kreditvolumen sollte aber derart gewählt werden, dass sich der Interessent auch die Rückzahlung leisten kann. Bezugnehmend auf die Haushaltsrechnung und den Differenzbetrag, der nach Abzug aller monatlichen Kosten vom Einkommen übrig bleibt, darf maximal 1/3 für die monatliche Rate verwendet werden.

Der Kreditvergleich

Der Kreditvergleich hilft im Vorfeld zu erkennen, welche Banken das beste Angebot präsentieren. Dabei sollte man natürlich alle Angaben wie die Kredithöhe, den Verwendungszweck und die Laufzeit angeben, sodass es am Ende eine übersichtliche Darstellung der möglichen Finanzierungen gibt. Ratenpausen und Sondertilgungen stellen Pluspunkte dar; jene Aspekte sollten aber nicht den tatsächlichen Ausschlag für eine Vertragsunterfertigung sein.

Der Kreditantrag

Hat sich der potenzielle Kreditnehmer für ein Angebot entschieden, muss er seine persönliche Daten angeben; entscheidet er sich für einen Bürgen, muss auch dieser seine persönlichen Daten der Bank bekanntgeben. Nach Vorlage der Haushaltsrechnung, wird die Bonität des Antragstellers überprüft.
Achtung: Immer wieder sorgen fehlende Unterlagen für eine Ablehnung des Kreditantrages. Der Kreditnehmer sollte daher im Vorfeld darauf achten, alle relevanten Dokumente zu übermitteln, sodass es nicht zu etwaigen Schwierigkeiten kommt.

Die Verifizierung (Postident)

Damit der Antragsteller auch als Person identifiziert werden kann, werden – bei Online-Krediten – die Unterlagen an eine Filiale der Deutschen Post übersandt. Dabei stellt die Post, im Rahmen des Postident-Verfahrens fest, ob es sich beim Antragsteller um tatsächlich dieselbe Person handelt, der die Unterlagen übermittelt worden sind.

Die Kreditauszahlung

Wurden alle Fragen geklärt und der Vertrag unterfertigt, richtet die Bank in weiterer Folge ein Konto ein und bringt den Betrag zur Auszahlung. Dabei kann dieser Vorgang, je nach Bank, bis zu sieben Werktage in Anspruch nehmen.

Welche Risiken müssen berücksichtigt werden?

Ein Kreditgeschäft bedeutet nicht nur ein Risiko für den Kreditnehmer, sondern auch für den Kreditgeber – die Bank. Schlussendlich kann – weder der Kreditnehmer, noch der Kreditgeber – einen tatsächlichen Blick in die Zukunft wagen. Ob Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod – am Ende gibt es verschiedene Schicksalsschläge, die im Vorfeld nicht vorhersehbar sind. Es gibt jedoch verschiedene Versicherungen, die im Ernstfall einspringen und dafür sorgen, dass der Kreditnehmer nicht bankrottgeht bzw. die Bank ihr Geld erhält.
Ein weiteres Risiko, das vorwiegend aber nur den Kreditnehmer betrifft, stellen variable Zinsen dar. Derartige Finanzierungen können, aufgrund der stetig in Bewegung seienden Zinsen, nicht geplant werden; natürlich kann aber auch ein sinkender Zinssatz dazu führen, dass der Kreditnehmer am Ende als Gewinner dasteht. Bei steigenden Zinssätzen entsteht jedoch eine finanzielle Mehrbelastung, welche – wenn sich der Kreditnehmer gegen einen festen Zinssatz entscheidet – immer eingeplant werden muss.

Das Fazit

Was ist am Ende von Bedeutung? Der Kreditvergleich! Nur dann, wenn der Kreditnehmer im Vorfeld bereits weiß, welche Angebote zur Verfügung stehen, kann er sicher sein, den für ihn besten Kreditvertrag unterfertigt zu haben. Dabei sind natürlich auch Faktoren wie eine sauber aufgestellte Haushaltsrechnung, die Vorlage sämtlicher Dokumente und auch die Überlegung, welche Kredithöhe dafür sorgt, nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten, von Bedeutung.

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