Der Rahmen- oder Abrufkredit stellte eine Alternative zum sogenannten Dispositionskredit dar. Im Regelfall sind Abrufkredite günstiger, da Dispokredite oft mit hohen Zinssätzen belastet werden. Vor allem in der heutigen Zeit, in der Niedrigzinsphasen günstige Kredite ermöglichen, ist es de facto nicht notwendig, hohe Zinssätze für Dispokredite zu bezahlen.

Doch auch wenn Abruf- oder Rahmenkredite eine Alternative am Kreditmarkt darstellen, sollte man im Vorfeld seine eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse dahingehend hinterfragen, ob einerseits ein solcher Kredit notwendig ist und ob es mitunter nicht besser wäre, einen Ratenkredit abzuschließen. Ob und welcher Kredit am Ende die beste Lösung darstellt, kann nur dann beantwortet werden, wenn die persönlichen Aspekte berücksichtigt werden.

 

Was ist ein Abrufkredit?

Entscheidet sich der Kreditnehmer für einen Rahmenkredit, wird im Vorfeld ein Kreditrahmen zu einem fixen Zinssatz vereinbart. Der Kreditnehmer kann innerhalb des Kreditrahmens Geld flexibel abrufen und nach den eigenen Vorstellungen nutzen. Der Abruf erfolgt über das Girokonto des Kunden. Aufgrund der Vorgehensweise, wird der Rahmenkredit auch als Abrufkredit bezeichnet.

Während bei Ratenkrediten die beantragte Kreditsumme in einem Stück auf das angegebene Konto überwiesen wird, kann der Kreditnehmer beim Abrufkredit selbst entscheiden, wie viel Geld er benötigt bzw. in Anspruch nimmt, sodass – wenn ein Kreditrahmen von 10.000 Euro gewährt wurde – im ersten Monat 2.000 Euro, im dritten Monat 4.000 Euro und im fünften Monat 500 Euro aus dem Topf genommen werden.

 

Auch bei Abrufkrediten empfehlenswert – der Kreditvergleich

Der Rahmenkredit bietet – im Vergleich zum Dispositionskredit – zahlreiche Vorteile, die der Kreditnehmer nutzen kann. Wichtig ist, dass vor dem Abschluss des Vertrages aber auf die Konditionen geachtet wird. Nur so kann sich der Kreditnehmer sicher sein, dass er das beste Angebot erhalten hat. Ratsam ist es, wenn sich der Kreditnehmer im Internet informiert und über diverse Kreditvergleichsplattformen überprüft, welche Banken die besten Angebote haben. Über derartige Plattformen kann auch der direkte Kontakt mit der Bank aufgenommen und in weiterer Folge ein individuelles Angebot übermittelt werden.

 

Wann ist ein Abrufkredit sinnvoll?

Nicht alle Ereignisse können vorhergesehen werden. Ob es die Reparatur am Auto, eine Reparatur im Haus oder auch die neue Waschmaschine ist – derartige Situationen können die finanzielle Situation aus dem Gleichgewicht bringen. Nicht immer steht genügend Erspartes zur Verfügung, um die nicht vorhersehbaren Kosten zu decken; oft ist das Ersparte auch derart veranlagt, dass mitunter auch gar kein Zugriff darauf besteht. Viele Kreditnehmer greifen in derartigen Situationen auf den Dispositionskredit zurück. So kann der finanzielle Bedarf – zumindest kurzfristig – gedeckt werden.

Doch der Dispositionskredit stellt heutzutage nicht die beste Wahl dar. Auch wenn eine derartige Finanzierung keinen großen Zeitaufwand bedeutet und das Geld frei zur Verfügung steht, sind es doch die hohen Zinsen, die mitunter dafür sorgen, dass der Dispositionskredit zu einer extrem teuren Finanzierung wird. Oftmals entdecken Kreditnehmer erst dann, wie teuer ein derartiger Dispokredit ist, wenn es mitunter bereits zu spät ist, da schon Unmengen an Zinsen bezahlt worden sind.

Oft bemerken Kreditnehmer auch, dass es tatsächlich länger als erwartet dauert, um endlich wieder in das sogenannte “Plus” zu kommen und “schwarze Zahlen” zu schreiben. Die Banken stört es kaum – sie verdienen schlussendlich an den Zinsen, die beim Dispositionskredit anfallen. Vor allem wenn, wenn es durchaus höhere Summen sind, die benötigt werden, stellt der Dispositionskredit ein lukratives Geschäft für das Institut dar.

Der Dispositionskredit stellt auch eine Gefahr dar, in die sogenannte Schuldenfalle zu tappen. Vor allem dann, wenn der Kreditnehmer die zur Verfügung gestellte Summe nicht tilgen kann, monatlich immer mehr Zinsen bezahlen muss und nach wenigen Monaten feststellt, dass es fast unmöglich ist, aus dem Dispositionskredit rauszukommen.

Dispositionskredite können durchaus, aufgrund der hohen Zinsbelastung, zur Gefahr werden, in ein finanzielles Chaos zu geraten. Mit einem Rahmen- oder Abrufkredit gewinnt jedoch der Kreditnehmer, da die Zinssätze – obwohl das Prinzip sehr wohl mit dem teuren Dispokredit verglichen werden kann – deutlich niedriger als bei einem Dispositionskredit sind.

 

Wie wird ein derartiger Kredit beantragt?

Um einen Abrufkredit nutzen zu können, muss der Kreditnehmer bei seiner Bank ein dementsprechendes Konto eröffnen und einen persönlichen Kreditrahmen vereinbaren. Innerhalb des Rahmens kann der Kreditnehmer frei und auch nach Bedarf verfügen. Wird ein Kreditrahmen von 10.000 Euro vereinbart, kann der Kreditnehmer – nach Belieben – über die 10.000 Euro verfügen. Er kann dabei die 10.000 Euro sofort oder gestückelt nutzen; die Zinsen werden aber nur tatsächlich nach dem verwendeten Betrag berechnet.

Entnimmt der Kreditnehmer nur 1.000 Euro aus dem Topf, werden auch nur Zinsen für die 1.000 Euro verrechnet. Beim Abrufkredit ist darauf zu achten, dass sich der Zinssatz im Regelfall an einem Referenzzins orientiert – etwa an den Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank (EZB). Steigt oder fällt der Referenzzins, steigen oder fallen auch die Kreditzinsen des Abrufkredits.

Die Kreditnehmer werden im Vorfeld über Zinsänderungen in Kenntnis gesetzt, sodass keine bösen Überraschungen entstehen, wenn sich die Rate plötzlich zum Nachteil des Kunden verändert. Natürlich stellt der variable Zinssatz eine Gefahr für den Kreditnehmer dar. Jedoch kann der Referenzzins auch sinken, sodass die Belastungen geringer werden.

 

Der effektive Jahreszinssatz – was sagt der Zinssatz tatsächlich über den Kredit aus?

Der variable Kreditzinssatz bedeutet aber auch, dass sich der effektive Jahreszins verändern kann. Damit dem Kreditnehmer besser verdeutlicht wird, was möglich sein kann, wird vor dem Vertragsabschluss immer auf den “anfänglichen effektiven Jahreszinssatz” hingewiesen.

Der Effektivzins stellt die jährlichen Gesamtkosten des Abrufkredits dar; jener wird in Prozent angegeben und beinhaltet den Tilgungssatz, den Normalzins, Auszahlungskurs, Bearbeitungsgebühren, Kreditbeginn, Kredithöhe sowie auch Zins- und sogenannte Tilgungstermine. Derartige Berechnungen sind rechtlich vorgeschrieben und sorgen dafür, dass der Kreditnehmer im Vorfeld einen Überblick erhält, wie teuer (oder günstig) die Finanzierung am Ende tatsächlich werden kann.

 

Wie erfolgt die Rückzahlung? Die Besonderheiten des Abrufkredits im Detail

Die Rückzahlung des Abrufkredits ist flexibel; es gibt keine bestimmten Laufzeiten, die der Kreditnehmer einhalten muss. Aus diesem Grund gibt es auch keine im Vorfeld festgelegten Monatsraten, die zur Tilgung des Kredits führen. Das wäre – aufgrund der Flexibilität des Modells – auch kaum möglich.

Der Kunde entscheidet daher am Ende selbst, wann und wieviel er von der genutzten Summe zurückbezahlen möchte; gleichzeitig kann der Kreditnehmer auch frei über das Kreditlimit verfügen und es wieder nutzen, wenn er es benötigt. Im Regelfall vereinbaren die Banken, wohl auch als Sicherheit, monatliche Mindestrückzahlungen. Jene liegen – durchschnittlich zwischen 1 und 2 Prozent der Kreditsumme bzw. des vertraglichen Kreditrahmens.

 

Auch beim Abrufkredit ist die Bonität des Kunden entscheidend

Der Rahmenkredit wird, vergleichbar wie ein gewöhnlicher Ratenkredit, direkt bei der Bank beantragt. Der Ablauf und Abschluss erinnern an ein Darlehen; die Bank prüft die Bonität des Kunden, wobei hier auch Gehaltsnachweise vorzulegen sind, um die finanziellen Verhältnisse zu klären.

Auch eine SCHUFA-Abfrage wird im Regelfall durchgeführt. Der Kreditnehmer muss auch ein Referenzkonto melden, welches für die Abwicklung des Abrufkredits erforderlich ist. Das kann mitunter auch das eigene Girokonto sein, sodass der Kreditnehmer kein weiteres Konto eröffnen muss. Der gewünschte Betrag des Abrufkredits wird sodann auf das Girokonto überwiesen.

 

Laufzeit und Kündigung -zwei Besonderheiten

Es gibt, vergleichbar wie bei dem Dispositionskredit, keine Begrenzung der Dauer. Der Abrufkredit wird daher auf unbestimmte Dauer abgeschlossen; eine feste Laufzeit, wie das bei anderen Krediten der Fall ist, gibt es nicht. Beide Parteien können, innerhalb einer vereinbarten Kündigungsfrist, den Abrufkredit kündigen.

Es besteht auch die Möglichkeit, sofern wichtige Gründe vorliegen, dass der Abrufkredit ohne Berücksichtigung der Kündigungsfrist beendet werden kann; hier muss der Kreditnehmer jedoch die offene Kreditsumme zur Gänze zurückführen. Der Kreditnehmer sollte daher nur dann eine Kündigung aussprechen, wenn er auch sicher ist, die noch offene Summe problemlos zurückbezahlen zu können.

 

Gibt es einen Unterschied zwischen Abruf- und einem Ratenkredit?

Zwischen dem Ratenkredit und dem Abrufkredit gibt es zahlreiche Unterschiede, die im Vorfeld berücksichtigt werden sollen. Der wohl wesentlichste Unterschied liegt darin, dass es keinen fixen Zinssatz gibt. Bei Abrufkredite werden variable Zinssätze herangezogen, die sich an dem Referenzzins orientieren. Bei einem Ratenkredit besteht zwar auch die Möglichkeit, dass ein variabler Zinssatz gewählt wird, wobei bei längeren Laufzeiten vorwiegend auf den sicheren Fixzinssatz zurückgegriffen wird.

Auch steht beim Ratenkredit eine im Vorfeld vereinbarte Kreditsumme zur Verfügung, die – von Beginn an – dem Kreditnehmer zur Gänze zur Verfügung steht. Beim Abrufkredit gibt es eine derartige Kreditsumme zwar auch, jedoch kann der Kreditnehmer selbst entscheiden, ob er nur Tranchen oder die gesamte Auszahlung des Kreditrahmens benötigt. Der Abrufkredit ist daher deutlich flexibler gestaltet.

Während bei einem Ratenkredit die zur Gänze ausbezahlte Kreditsumme mit Zinsen belastet wird, muss der Kreditnehmer beim Abrufkredit nur für jene Summe Zinsen bezahlen, die er auch tatsächlich in Anspruch nimmt. Wird ein Kreditrahmen von 5.000 Euro vereinbart und nutzt der Kreditnehmer nur 3.000 Euro, werden für jenen Betrag Zinsen verrechnet; die noch offenen 2.000 Euro bleiben – bis zur Verwendung – frei von Zinsen.

 

Der Abrufkredit stellt tatsächlich eine günstige Alternative dar

Wer eine Alternative zum Dispositionskredit sucht, wird mit dem Abrufkredit definitiv eine günstigere und bessere Lösung gefunden haben. Der Abrufkredit ist definitiv günstiger und kann auch derart kurzfristig eingesetzt werden, sodass das Geld sofort zur Verfügung steht.

Ein Abrufkredit stellt auch dann eine sinnvolle Alternative dar, wenn der Kreditnehmer eine einmalige Finanzierung benötigt, wobei die Laufzeit nicht länger als ein Jahr ist. Wer jedoch eine Finanzierung benötigt und weiß, dass er eine Laufzeit von mehreren Jahren braucht, um die Kreditsumme zu tilgen, sollte sich für einen traditionellen Ratenkredit entscheiden. Bei Ratenkrediten sind die Zinsen günstiger; auch das wirtschaftliche Risiko, bezugnehmend auf den fixen Zinssatz, ist geringer.

 

Welche Aspekte sollten vor Vertragsabschluss berücksichtigt werden?

Bevor der Kreditnehmer einen Abrufkredit abschließt, sollte er sich daher selbst die Frage stellen, ob jene Kreditart tatsächlich die beste Variante darstellt. Dabei ist es wichtig, dass im Vorfeld die effektiven Jahreszinssätze von Abruf- und Ratenkrediten verglichen werden.

Nur niedrige Startzinsen, die es vorwiegend für Neukunden gibt, stellen kein tatsächliches Argument dar, sich für einen Kredit bei einem Anbieter zu entscheiden. Dies deshalb, da derartige Lockangebote nur für die ersten Monate von Bedeutung sind; im Regelfall passen die Banken – was bereits im Vorfeld angekündigt wird – den Zinssatz nach sechs Monaten an, sodass der Bonus bereits nach einem halben Jahr erloschen ist.

Derartige Angebote sind daher nur ratsam, wenn der Kredit auch innerhalb jenes Zeitraums getilgt werden kann. Es gibt auch Banken, die sogenannte Restschuldversicherungen empfehlen. Jene sind aber, vor allem bei derart geringen Laufzeiten, nicht erforderlich.

 

Welche Kosten fallen für einen Abrufkredit an?

Wer sich für einen Abrufkredit entscheidet, sollte im Vorfeld auch alle möglichen Kosten berücksichtigen. Wichtig ist, dass dabei der Kreditrahmen berücksichtigt wird. Die Obergrenze liegt im Regelfall bei 25.000 Euro; viele Banken haben auch eine Art Untergrenze, sodass Abrufkredite erst ab 2.500 Euro aufgenommen werden können

Wer weniger als 2.500 Euro benötigt, muss daher die teure Alternative in Anspruch nehmen und sich für einen Dispositionskredit entscheiden. Es gibt aber auch Banken, die Ratenkredite anbieten, wobei es hier keine Untergrenze gibt und Finanzierungen auch unter 2.500 Euro gewährt werden.

Die Zinsen, die für Abrufkredite veranschlagt werden, liegen zwischen den Zinssätzen, die sich zwischen einem Raten- und einem Dispositionskredit bewegen. Derzeit müssen Kreditnehmer zwischen 3,5 und 7,5 Prozent an Zinsen rechnen.

Jene können, je nach Anbieter, stark variieren, sodass es ratsam ist, im Vorfeld einen Kreditvergleich durchzuführen. Wichtig ist, dass hier Plattformen genutzt werden, die eine gute Übersicht darstellen, welche Banken welche Angebote haben. Dabei sind vor allem die Gesamtkosten von Bedeutung.

 

Ist der Abrufkredit tatsächlich eine Alternative?

Wer sich für einen Abrufkredit entscheidet, sollte im Vorfeld seine persönlichen Vorstellungen dahingehend überprüfen, ob jene auch mit dem Modell des Abrufkredits vereinbart werden können. Abrufkredite sind vor allem für Kreditnehmer von Vorteil, die einen Kreditrahmen möchten, jenen aber nicht automatisch zur Gänze benötigen, sodass sie mehrmals auf Geld zugreifen können, bis der Rahmen ausgeschöpft wurde.

Vor allem Kreditnehmer, die mit dem Gedanken spielen, einen Dispositionskredit aufzunehmen, sollten im Vorfeld Informationen einholen, ob der Abrufkredit keine günstigere Alternative darstellen würde. Auch Personen, die sich für Finanzierungen interessieren, wobei die Laufzeit nicht länger als 12 Monate sein soll, können mit einem Abrufkredit eine perfekte Finanzierungsart ihr Vorhaben gefunden haben.

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