Unterliegt der Kreditvertrag einer Zinsbindungsfrist, ist dennoch eine Umschuldung vor dem regulären Ablauf der sogenannten Zinsbindungsfrist möglich. Der Kreditgeber hat jedoch die Möglichkeit, dass er, da ein vorzeitiges Vertragsende in Anspruch genommen wird, die Vorfälligkeitsentschädigung geltend macht. Auch dann, wenn eine Umschuldung beim selben Kreditgeber wahrgenommen werden soll.

Liegt ein solcher Fall vor, sollte sich der Kreditnehmer auf bereits getroffene Entscheidungen der Amtsgerichte stützen. Schlussendlich geht der derzeitige Trend in Richtung Umschuldung bei anderen Kreditgebern. Ein Kehrtwende, denn bislang haben Kreditnehmer nur selten die Möglichkeit wahrgenommen, ihren Kredit bei anderen Anbietern umzuschulden. Bei einer Umschuldung können sehr wohl enorme Beträge gespart werden. Die Gründe, warum ein Umschuldungskredit in Anspruch genommen werden sollte, können unterschiedlich sein.

  • Die Ausgaben der erworbenen Immobilie übersteigen die im Vorfeld erstellten Preiskalkulationen
  • Die Abschlussrate kann durch die Umschuldung gesplittet werden
  • Neue Bauvorhaben sollen umgesetzt werden
  • Einer der beiden Kreditnehmer ist verstorben oder hat sich getrennt
  • Andere Kreditgeber bieten bessere Konditionen
  • Im Rahmen des Darlehensvertrages ist eine neue Partnerschaft entstanden; in weiterer Folge soll die Kreditsumme aufgestockt werden

Umschuldung und Vorfälligkeitsentschädigung beim selben Anbieter

Entscheidet sich der Kreditnehmer für einen höheren Kreditbetrag, muss er sich im Vorfeld überlegen, ob er beim aktuellen Kreditanbieter bleibt oder jenen wechselt. Erkennt der Kreditnehmer, dass die Zinsen beim aktuellen Kreditgeber günstiger sind und die besten Konditionen vorliegen, kann das Finanzverhältnis – ohne Probleme – fortgesetzt werden.

Zu beachten ist, dass eine Umschuldung, auch wenn sie beim selben Anbieter erfolgt, eine Vorfälligkeitsentschädigung mit sich bringen könnte. Mitunter kann aber, im Sinne der Kulanz, von einer Vorfälligkeitsentschädigung – von Seiten des Kreditgebers – Abstand genommen werden.

Wichtig ist, dass der Kreditnehmer seinen Bankberater aktiv anspricht und auch mitunter den Weg dahingehend ebnet, dass – im Sinne der Kulanz – keine Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung gestellt wird. Sollte die Bank jedoch dem Wunsch des Kreditgebers nicht nachkommen, kann der Kreditnehmer den Vertrag auf fehlerhafte Formulierungen überprüfen. Liegt eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung vor, besteht das Recht auf Widerruf des Vertrages, sodass die Vorfälligkeitsentschädigung entfällt.

Der Verbraucherfehler schlechthin – der Kunde bleibt seiner Hausbank treu

Dass Kunden bei ihrer Hausbank bleiben, trotz oftmaliger schlechterer Konditionen, zählt zu den häufigsten Verbraucherfehlern. Heutzutage sind Veränderungen einer Finanzierung, wenn ein Haus gekauft oder gebaut wird, keine Seltenheit. Immer wieder bemerken Kreditnehmer, dass sie mit der kalkulierten Summe nicht auskommen, wenn weitere Zubauten erfolgen oder mitunter Arbeiten Mehrkosten mit sich bringen.

In diesen Fällen muss der aufgenommene Kreditbetrag aufgestockt werden. Dabei stehen dem Kreditnehmer unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Er kann einerseits das Darlehen umschreiben oder formal kündigen und einen neuen Kredit aufnehmen. Die Umschreibung ist dann empfehlenswert, wenn der Kreditnehmer bei seiner Hausbank bleibt. Ist die Hausbank kooperativ, besteht mitunter sogar die Chance einer kostenlosen Änderung des Vertrages; eine Vorfälligkeitsentschädigung wird nicht verlangt.

Die Frage, die sich Kreditnehmer immer wieder stellen werden, ist jene, welchen Nutzen eine Umschuldung mit sich bringt. Zu beachten ist, dass die Umschuldung am Ende eine Verbesserung der finanziellen Belastung darstellt. Der Kreditnehmer kann Kosten sparen, wenn er relativ schnell erkennt, dass andere Verträge sinnvoller wären und danach mit seiner Bank in Verbindung tritt. Wichtig ist, dass laufende Projekte nur dann auch fristgerecht zu Ende gebracht werden können, wenn auch eine sichere Finanzierung gegeben ist. Findet der Kreditnehmer einen Anbieter, der tatsächlich bessere Konditionen aufweist, sollte das Gespräch aufgenommen und in weiterer Folge die Umschuldung gestartet werden.

Die Chance sollte genutzt werden, um die finanzielle Situation zu verbessern. Benötigt der Kreditnehmer einen höheren Kreditbetrag, kann er – im Rahmen der Umschuldung – nicht nur bessere Zinsen bekommen, sondern gleichzeitig auch den Kreditbetrag erhöhen, um Projekte fristgerecht zu beenden.

Banken sind oft gegen eine Umschuldung

Der Umschuldungskredit verfolgt den Zweck, dass die Konditionen des bereits aufrechten Kreditvertrages verbessert werden. Die Besserstellung des Kunden bedeutet aber gleichzeitig, dass die Bank mitunter schlechter gestellt wird. Aus diesem Grund sind die Banken nicht begeistert, wenn die Konditionen – zu Gunsten des Kreditgebers – nachträglich angepasst und verändert werden.

Die Bank verzichtet im Rahmen der Verbesserung auf schon kalkulierte Zinseinnahmen. Aus diesem Grund muss der Kreditnehmer immer damit rechnen, dass die Bank den Antrag auch ablehnen kann. Wichtig ist, dass das Gespräch gesucht wird und die Bank überzeugt werden kann, dem Wunsch des Kreditnehmers zu folgen.

Wann sollte ein Umschuldungskredit durchgeführt werden?

Möchte der Kreditnehmer einen bereits bestehenden Kredit umschulden, sollten der aktuelle Zinssatz, der Sollzinssatz, der Effektivzinssatz und die Zinsbindung überprüft werden. Die Zinshöhe richtet sich im Regelfall nach der Zinsbindung. Bei kürzeren Zinsbindungen sind oft niedrigere Soll- und Effektzinssätze gegeben; bei längeren Zinsbindungen sind jene oft höher. Wichtig ist, dass der Kreditnehmer keine übereilte Entscheidung trifft. Des Weiteren ist zu beachten, dass der Zinsverlauf – im Zeitfenster von mehreren Monaten – überprüft wird, sodass sicher festgestellt werden kann, ob ein Umschuldungskredit die finanzielle Situation verbessert oder nicht.

Damit am Ende auch der optimale Zeitpunkt für einen Umschuldungskredit gefunden wird, müssen verschiedene Vorkehrungen getroffen werden. Wichtig ist, dass die Frage geklärt wird, ob der Kreditnehmer beim aktuellen Anbieter bleibt oder mitunter die Bank wechselt. Auch die Frage, ob die Kredithöhe aufgestockt wird oder nicht, sollte vor der Entscheidung getroffen werden. Wichtig ist, dass der Kreditgeber auch vor dem Umschuldungskredit die Frage beantwortet, ob Sondertilgungen oder Abschlussfinanzierungen in den Vertrag miteingenommen werden oder nicht.

Die Antworten der Fragen sind durchaus von Bedeutung, wenn ein Umschuldungskredit ins Auge gefasst wird. Wer seinen Kredit umschulden möchte, sollte sich genügend Zeit nehmen, um alle relevanten Informationen einzuholen. Übereilige Entscheidungen bringen oft nicht den gewünschten Erfolg, sondern sorgen durchaus auch für eine Verschlechterung der finanziellen Situation.

Wie kann der Kreditnehmer seinen Kredit umschulden?

Erfahrungsberichte haben gezeigt, dass, sofern mehr Kredite aufrecht sind oder ein Kredit schlechte Konditionen aufweist, Umschuldungen fast immer von Vorteil sind. Wünsche, den Kredit umzuschulden, werden fast immer akzeptiert, sofern der Kreditnehmer über eine positive Schufa-Auskunft verfügt und auch im Sinne des Haushaltsplans nachweisen kann, die neuen Rückzahlungen leisten zu können.

Damit der Umschuldungskredit in die Wege geleitet wird, genügt ein Kündigungsschreiben, das an den Kreditgeber gerichtet wird. Eine Kopie des Schreibens, das beim Kreditnehmer verbleibt, ist im Falle etwaiger Ungereimtheiten, von enormen Vorteil. Sollte eine zu hohe Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung gestellt werden, sollte der Kreditnehmer anwaltlichen Rat einholen. Mitunter kann der Kreditnehmer auch mit dem regionalen Verbraucherschutz Kontakt aufnehmen und etwaige Fragen und Ungereimtheiten klären.

Das Kündigungsschreiben kann folgendermaßen gestaltet werden:

Name des Kreditgebers,
Anschrift (Straße sowie Hausnummer)
Postleitzahl und Ort

Name des Kreditnehmers
Anschrift (Straße sowie Hausnummer)
Postleitzahl und Ort

Ort und Datum

Betreff: Kündigung des Kreditvertrages

Sehr geehrter/sehr geehrte XY oder sehr geehrte Damen und Herren,
mit diesem Schreiben kündige ich meinen Kreditvertrag [Nummer] zum [Datum]. Ich bitte um schriftliche Betätigung des Eingangs meiner Kündigung. Wird eine Vorfälligkeit in Rechnung gestellt, bitte ich um Zusendung der Berechnung und Vorfälligkeitsforderung.
Ich bedanke mich im Vorfeld und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

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